Mentalmagie – Die Kunst des Gedankenlesens

mentalmagie tricks, mentalmagie lernen, zaubertricksUnter dem Begriff Mentalmagie versteht man einen Bereich der Bühnenkunst, bei dem es um die Vorführung von scheinbar unerklärbaren, magischen Fähigkeiten beim Gedankenlesen, der Telepathie und der Telekinese geht. Auf den ersten Blick verwendet der Magier, der Mentalist, hierbei seine übernatürlichen geistigen Kräfte. Sie ermöglichen es ihm, die Gedanken völlig fremder Menschen zu erfassen und Gegenstände ohne Berührung zu bewegen oder sie sogar zu verbiegen. Auf diese Weise werden angebliche parapsychologische Phänomene dargestellt, wobei es sich aber in Wirklichkeit um eine geschickt präsentierten Kombination aus Psychologie und hoch entwickelter Trick- und Täuschungskunst handelt. Oft gehört es zu dem dramaturgischen Ablauf solcher Bühnenshows, dass ein Mentalist sein Vorgehen nicht als Trickkunst, sondern als tatsächliche spirituelle Kraft darstellt, oder es zumindest in der Schwebe lässt. Die meisten Mentalisten erklären ihr Vorgehen aber in Gesprächen oder in Büchern als eine völlig irdische Fertigkeit. So spricht einer der berühmtesten englischen Mentalisten, Derren Brown, in seinen Fernsehshows immer wieder davon, dass seine Tricks auf einer Mischung aus Zauberkunst, Suggestionen, Psychologie, Irreführung und einer geschickte Präsentation basieren.

Hole dir hier einen Zugang zu einem faszinierenden einfachen Menatlrick

Die Ursprünge

Als Bühnendarstellung nahm der Mentalismus seine Anfänge in den USA. Dort traten so genannte „Mindreader“ wie C. A. Newman schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf. Er war zugleich Hypnotiseur, eine Fähigkeit, die auch andere Mentalisten nach ihm hatten. In Deutschland entwickelte sich diese Form der Zauberkunst jedoch erst in den fünfziger Jahren zu einer eigenständigen Darstellungsform. Vorläufer wie das Kartenlegen, das Handlesen, das Wahrsagen und Hellsehen sind dagegen schon seit dem Mittelalter, teilweise sogar seit der Antike, bekannt. Durch die Verwendung von allgemein gehaltenen Aussagen und Floskeln hatten derartige Vorhersagen oft den Vorteil, dass sie wie bei Horoskopen fast immer ein Stück weit zutrafen. Die meisten Mentalisten der Gegenwart distanzieren sich jedoch von jedem Spiritismus, während andere wie der Mentalist Uri Geller von sich behaupten, tatsächlich eine paranormale Begabung zu haben. Ein ungeklärter Hauptstreitpunkt im Mentalismus liegt daher darin, ob man ihn bei der Vorführung als etwas Übersinnliches und Paranormales darstellen soll oder „nur“ als einen Vorgang, der auf guter Menschenkenntnis, Tricks und Erfahrungen beruht.

Mentalmagie Tricks und klassische Zauberei

Von den klassischen Zauberkunststücken unterscheidet sich der Mentalismus vor allem durch seine Art des Präsentierens und durch seine Methoden. Ein Mentalist arbeitet in erster Linie nicht mit seiner Fingerfertigkeit, sondern mit seinen geistigen Fähigkeiten, wenn auch nicht im übersinnlichen Sinne. Er verwendet psychologische Methoden, Suggestionen, Rechen- und Gedankentricks, während ein Spiritist von sich behauptet, dass er wirklich Gedanken liest und Dinge mit Hilfe seiner geistigen Fähigkeiten bewegt. Im Gegensatz dazu verwendet der Mentalismus Verfahren wie ein „Lesen“ von Augenbewegungen, eine Entschlüsselung von unbewusster Gesten und der Mimik sowie das „Lesen“ der Körpersprache.

Die nonverbale Kommunikation geschieht hierbei oft durch so genannte ideomotorische Impulse, die den Körper unbewusst steuern. Die Ideomotorik ruft Reaktionen wie den Speichelfluss, aber auch willkürliche Muskelbewegungen hervor, die durch Ideen und Vorstellungen beeinflusst werden. Geübte Mentalisten können aus kaum merkbaren Bewegungsimpulsen des Körpers je nach ihrer Fragestellung oft die richtigen Schlussfolgerungen ziehen. Aber auch das Studium der Augenbewegungen ist wichtig, wenn der Mentalist sein Gegenüber darum bittet, sich das gewählte oder gedachte Wort „wie bei einer Leuchtschrift Buchstabe für Buchstabe“ vorzustellen. Das dürfte zumindest die Anzahl der Buchstaben erkennbar machen. Außerdem kann er meistens schon aus offen erkennbaren Merkmalen wie dem Alter, dem Geschlecht, der Frisur und der Kleidung viele detaillierte Informationen „herauslesen“, die ihm eine Kategorisierung ermöglichen. Aber auch die Psychologie des menschlichen Verhaltens ist wichtig. Es gehört zu den Mentalmagie Tricks, sich Handlungsmuster zu Nutze zu machen.

Es kommt hinzu, dass Mentalisten bei ihrer Sprech-, Frage- und Redetechnik subtile Methoden der Suggestion, des gedanklichen Lenkens und Führens, verwenden können, die nahezu unbemerkt ablaufen. Damit bringen sie ihr Gegenüber in Situationen, die es ihm oder ihr fast unausweichlich machen sollen, genau das zu denken, was sich der Magier als Resultat wünscht, beispielsweise bei der Aufgabe, sich spontan „irgendein“ Werkzeug vorzustellen. Da hierbei laut Statistik fast immer an einen Hammer gedacht wird, kann man bei dem Gegenüber meistens völlig zutreffend das Wort „Hammer“ aus den Gedanken lesen. Das entspricht den üblichen Gewohnheiten der Sprache mit ihren Begriffen und Konnotationen.

Reisen in fremde Welten

Die Möglichkeiten des Mentalismus sind zwar viel komplexer als das Erraten und Gedankenlesen üblich verwendeter Worte, jedoch zeigt das Beispiel, wie er auf verblüffende Weise funktionieren kann, nämlich als eine möglichst enge Setzung von Rahmenbedingungen, die die Gedanken trotz einer angeblichen völligen Offenheit lenken und leiten sollen. Psychologische Führung und Lenkung gehören in den meisten Fällen auch zum Grundprinzip von komplizierten, nahezu unglaublichen und undurchschaubaren Präsentationen, die den Zuschauer in fremde gedankliche Welten des Mentalisten versetzen, die von ihm zuvor oft jahrelang als virtuelles Gebiet des Gedankenlesens eingeübt wurden.

Ohne die geheimen Regeln zu kennen, wird er zum Mitspieler, etwa bei der spektakulären, imaginären Tauchfahrt zur gesunkenen Titanic, die Christoph Kuch im Jahr 2012 mit einem seiner Zuschauer veranstaltete. Kuch „erriet“ hierbei nicht nur die frei ausgewählte Tiefe der Tauchreise und den Namen des Unterseeboots, den sich der Zuschauer ebenfalls imaginär ausdenken konnte, sondern auch die frei gewählte Jahreszahl auf einer alten Münze. Mit diesem Trick, an dem er jahrelang arbeitete, gewann Kuch in Blackpool den Weltmeistertitel im Bereich der Mentalmagie. Sie stellte dort eine der Hauptsparten bei den Weltmeisterschaften der Zauberkunst dar, wie sie alle drei Jahre von der FISM veranstaltet werden, einer im Jahr 1948 gegründeten internationale Vereinigung von Zauberkünstlergesellschaften und magischen Zirkeln. Im Jahr 2015 folgte das Duo Thommy Ten und Amélie in Rimini auf Christoph Kuch als Weltmeister.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.